Mittwoch, 2. April 2014

[Autoreninterview] Elli Minz

Das Buch "Für immer? Von wegen!" (Rezension)(Kauf) wurde von Elli Minz (Website) geschrieben und erschien als E-Book. Jetzt hat sie auch die 16 Fragen beantwortet, die auch schon von Bernd B. Badura und Justine Wynne Gacy beantwortet wurden, hier sind alle Fragen und Antworten:


Denkst du aktiv über deine Geschichten nach, um an Ideen zu kommen?


Ja, klar! Es ist jedoch so, dass die meisten Ideen von allein kommen. Ganz klischeemäßig unter der Dusche, aber vor allem auch bei ausgedehnten Spaziergängen in der Natur oder beim Schreiben selbst. Es kommt häufig vor, dass ich plötzlich meine Schreibarbeit unterbreche, um mir eine Idee für ein späteres Kapitel oder sogar ein völlig neues Romankonzept zu notieren.

Bist du also auch schon einmal unter der Dusche hervorgesprungen, nur weil du eine zündende Idee hattest, oder kannst du dich auch aus der Geschichte ,,ausklinken''?

Ja, das ist schon vorgekommen. Allerdings kann ich mir meine zündenden Ideen auch für ein paar Minuten behalten – ich notiere sie mir dann einfach nach dem Duschen. Aus der Geschichte ausklinken? Wenn ich im Schreibprozess bin, dann fällt mir das sehr schwer. Ich bin froh, dass es so ist, denn in den 6, 7 oder 8 Wochen, in denen bei mir typischerweise ein Roman-Manuskript entsteht, komme ich nie wirklich vom Weg ab.



Das ist beachtlich, was machst du dann gegen eine Schreibblockaden, die kannst du ja bei so einem Zeitplan kaum gebrauchen?

Schreibblockaden im klassischen Sinne sind mir fremd. Es kommt zwar vor, dass ich mal weniger motiviert bin, aber sobald ich ein Buchprojekt begonnen habe, halte ich mich ziemlich stur an meine Mindestwortzahl. Ich schreibe dann täglich mindestens 2000 Wörter – solange, bis das Manuskript fertig ist. Ich übe außerdem täglich Yoga, was ebenfalls dabei hilft, die Motivation aufrecht zu erhalten.

2000 Wörter - Wie schreibst du die denn auf? Am PC oder mit der Hand? 

Spontane Ideen halte ich meist mit einem Notizblock fest. Diesen trage ich auch ständig mit mir herum, damit ich auch unterwegs an meinen Stories arbeiten kann. Manuskripte schreibe ich auf meinem uralten MacBook, Korrekturen mache ich jedoch auf einem anderen Notebook, weil mir das MacBook zu schwer ist, um es auf dem Schoß zu balancieren.

Okay, du schreibst an verschiedenen Geräte und, wie sieht es mit dem Ort aus? Wo schreibst du deine Geschichten?

Ich schreibe alle Geschichten in meinem so genannten Home Office. Wenn es ans Eingemachte geht, dann nehme ich auf meinem Sitzball Platz – für Korrekturen oder eben Notizen mache ich es mir in meinem Sessel bequem.

Meine Folgefrage ist nun, wie gut deine Rechtschreibung ist, oder ob du ein Rechtschreibprogramm benutzt?

Meine Rechtschreibfähigkeiten sind zum Glück sehr gut ausgebildet, weil ich dahingehend schon in der Grundschule von meinem damaligen Klassenlehrer ausgiebig gefördert wurde. Hinzu kommt, dass ich in meiner Jugend extrem viel gelesen habe. Das hilft ungemein, wenn man seinen Wortschatz erweitern möchte.

Nachdem wir geklärt haben, wie und wo du schreibst, kommt jetzt die Frage nach der Zeit. Wann schreibst du am liebsten?

Am liebsten schreibe ich nachmittags und nachts, also zwischen 14:00 Uhr und 02:00 Uhr, da erziele ich die besten Ergebnisse.
Der Debütroman

Wann hast du angefangen zu schreiben?

Auf einen Tag kann ich mich nicht festlegen, aber ich glaube, dass ich mit 14, 15 oder 16 meine ersten „ernsthaften“ Geschichten angefangen habe. Professionell gehe ich die Sache aber erst seit zwei Jahren an und meinen Debütroman habe ich schließlich im Spätsommer 2013 geschrieben.

Und nun die sehr häufig gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen bzw. wie hast du gemerkt, dass schreiben das Richtige für dich ist?

Der erste Impuls war damals ganz simpel: Ich wollte mich mitteilen. Ich habe immer mal wieder ein Tagebuch angefangen, aber das war nicht das Gelbe vom Ei. Später habe ich mich dann an Kurzgeschichten und auch Gedichten versucht... Den Mut, einen vollwertigen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen, habe ich durch die Self-Publisher Adriana Popescu und Emily Bold bekommen.

Gibt es noch andere Schriftsteller, an denen du dich orientierst bzw. die du magst?

Es gibt zu viele „Kollegen“, um sie alle aufzulisten, aber meine Top 5 bekomme ich hin: Franz Kafka (In der Strafkolonie), Paulo Coelho (Der Alchimist), George Orwell (1984), William Golding (Lord of the Flies) und Hermann Hesse (Siddhartha) kann ich immer wieder lesen. Warum? Weil ich mich in ihren Geschichten wohl fühle, weil sie mich berühren, mich zum Nachdenken anregen, mich vor den Kopf stoßen, mich fordern, mich inspirieren.

Hast du zu jedem Charakter eine Rollenbiografie geschrieben, wenn ja, kennst du sie auswendig?

Ich habe mit dieser Technik experimentiert, aber das monatelange Planen liegt mir einfach nicht. Seit ich Stephen King's „On Writing“ gelesen habe, lasse ich die Geschichte einfach auf mich zukommen. Ich werfe einen, zwei oder mehr Charaktere in eine bestimmte (komplizierte) Situation und schaue, wie sich das Ganze entwickelt.

Okay, du beschreibst deine Charaktere zwar nicht, aber wie würdest du dich selbst beschreiben?

Die Frage verstehe ich vielleicht nicht richtig, aber ich versuche trotzdem zu antworten. Ich sehe mich als lebensfrohen Menschen, der nach langjährigem Hin und Her endlich das gefunden hat, was ihm uneingeschränkt Freude bereitet: Das Schreiben.

Noch 3 kurze Fragen, bevor wir zur Abschlussfrage kommen: 

1. Hast du noch einen "richtigen" Job? Wenn ja, wie bringst du das unter einen Hut?


Ich habe auch vor meiner Tätigkeit als Autorin schon von meinem Home Office aus gearbeitet. Stichwort: Internet-Marketing – nicht sonderlich spannend, wie ich finde.

2. Wie beginnst du deinen Alltag, und was isst du zum Frühstück?

Nach dem Aufstehen mache ich Yoga. Zum Frühstück gibt es meist Obst oder etwas Leckeres vom Bäcker um die Ecke.

3. Gibt es einen allerersten Probeleser, wenn ja wen?

Ja, gibt es. Wen? Das verrate ich nicht.


Die Abschließende Frage: 
Gibt es auch eine Schattenseite am Schriftsteller sein?

Nicht direkt. Was manchmal nervt ist der immense Aufwand, wenn man seine Texte selbständig veröffentlicht, also via Self-Publishing. Aber das sehe ich vermutlich auch nur so, weil ich noch relativ neu „in der Szene“ bin und noch viel zu lernen habe. Insgesamt kann ich mir keinen besseren Beruf für mich vorstellen.

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